Von Geistern und Kaulwacken

Drei Monate Zelten in den USA mit kleinen Kindern – ein nachhaltiges Erholungserlebnis, wenn auch mit getrübter Ökobilanz

Von Ulrike Schnellbach

Die Wanderung hinauf zu den Emerald Pools ist eine der kleineren im Zion National Park, aber sie ist gar nicht so ohne, wenn man erst zwei Jahre alt ist und das Thermometer 92 Grad Fahrenheit anzeigt, etwa 35 Grad Celsius im Schatten. Zum Glück gibt es überall etwas zu entdecken. Für die Kinder weniger die rotweißgelbe Felsenlandschaft aus neun sichtbaren Gesteinsteinsschichten, auch nicht die zartgrünen Einsprengsel aus Pappeln unten im Tal. Der Hit aus ihrer Sicht sind heute die „Kaulwacken“ in einem Tümpel. Der kleine Wanderer und seine fünfjährige Schwester fischen die schwarzen Tierchen mit Mamas Strohhut aus dem Wasser. Jetzt ist Geduld gefragt, denn so ein Kaulquappenfangen kann dauern; und Gleichmut: Der Hut wird nach diesem Einsatz im Eimer sein. Hauptsache, die Kinder sind zufrieden, oder?

Dominik (links, 2 Jahre) und Annika (5 Jahre) fangen „Kaulwacken“ in Mamas Strohhut
Dominik (links, 2 Jahre) und Annika (5 Jahre) fangen "Kaulwacken" in Mamas Strohhut – Foto: privat

Das sind sie besonders, wenn Tiere im Spiel sind, und daran ist in Amerikas Westen kein Mangel. Dabei begeistert der Specht, der in einem Holzpfosten am Campingplatz im grandiosen Grand Teton National Park nistet, nicht weniger als die Bisons und Bären im benachbarten Yellowstone. Dort, im hohen Norden der Rocky Mountains, sind es freilich die geheimnisvollen „Geister“ (Geysire!), die den zweijährigen Dominik am meisten beeindrucken. Die Kinder freuen sich auch an den Mäuschen, die uns beim Abendspaziergang über den Weg huschen, oder den zutraulichen Erdhörnchen beim Picknick. Die trägen Seelöwen-Kolonien an der Küste (Sea Lions’ Cave in Oregon oder Point Lobos in Kalifornien) sind ebenso von Interesse wie die quicklebendigen Delfine; besonders faszinierend ist jedoch der stinkende tote Wal am Strand von Big Sur.

Wandern und Paddeln mit natürlichem Kühlmechanismus

Den Rückweg von den Emerald Pools bewältigt Dominik huckepack auf Mamas Rücken. Die Rückentrage ist heute bewusst im Auto geblieben, nach einem bemerkenswerten Einsatz tags zuvor: Wir hatten sie zum Narrows-Trail mitgenommen, der auf einem geteerten Weg im Tal beginnt und im Virgin River endet, in dem man noch ein ganzes Stück mit herrlicher Fußkühlung talaufwärts waten kann. Natürlich war das Tragegestell für diesen Teil der Wanderung vorgesehen. Dominik allerdings thront darin, Müdigkeit vorschützend – genau bis zu dem Augenblick, als der Weg ins Wasser führt. Dort besteht er darauf, auf seinen eigenen Beinchen zu laufen, bis zum Popo im Wasser, fest verankert freilich an Papas starker Hand. Soviel Spaß beim Wandern war selten, jubilierend stimmen die Kinder ihre Hymne an: Wi-wa-wi-wa-wack-ju, ihre Version von Queens „We will rock you“.

Abkühlung im Virgin River im Zion National Park
Abkühlung im Virgin River im Zion National Park – Foto: privat

Der Virgin River hält weiteren Jux bereit: Man kann Tubes ausleihen, reifengroße Schwimmringe mit Boden, und damit das Flüsschen hinunter raften. Eine zweistündige ungefährliche Spritztour, ein Heidenspaß für die ganze Familie, und am Ende wird man, durchgeschüttelt und durchgefroren trotz der sengenden Hitze, mit dem Pickup der Verleihfirma abgeholt.

Ja, die Hitze. Während die Nachbarn auf dem Campingplatz in ihren runtergekühlten Wohnmobilen fernsehen, haben wir ein kleines Problem: Unser Sohn braucht einen Mittagsschlaf, und ins stickige Zelt können wir ihn unmöglich legen. Also tun wir etwas, das uns zutiefst widerstrebt: Wir setzen ihn in seinen Autositz, schalten die Klimaanlage an und fahren eine Runde. Ökourlaub in den USA? Gar nicht so einfach.

Cornflakes statt Toast – auch nicht gerade das Gelbe vom Ei

Da ist zunächst natürlich der Flug. Dann das Auto, denn wenn man im weiten Westen der USA etwas sehen will, muss man fahren, fahren, fahren. Wir hatten uns für einen möglichst sparsamen Mittelklassewagen der Kategorie Intermediate entschieden – und sind bei der Ankunft in Las Vegas doch nicht unglücklich über das „free upgrade“ – eine kostenfreie Heraufstufung der Wagenklasse, wenn kein Auto der gebuchten Kategorie zur Verfügung steht. So dürfen wir einen familienoptimierten Minivan für drei Monate unser eigen nennen. So oft es geht, lassen wir die spritfressende Klimaanlage ausgeschaltet und wundern uns nicht schlecht über unsere Wohnmobilnachbarn, die eigens einen Generator laufen lassen, um zum Frühstück Brot zu toasten.

Freilich ist uns bewusst, dass auch unsere Cornflakes nicht gerade energiesparend hergestellt sind. Dafür ernähren wir uns abends hauptsächlich von Salat, gergrilltem Gemüse, Fisch und Kartoffeln. Fast food vermeiden wir weitgehend. Weiß der Herrgott, woher unsere Kinder wissen, dass es bei McDonald’s nicht nur Kindermenüs gibt, sondern oft auch einen Spielbereich zum Austoben von langen Autofahrten. Uns graust’s dabei nicht nur vor dem Essen, sondern auch vor den Müllbergen aus Plastiktellern, -besteck und -bechern. Abfallvermeidung ist in diesem Land ohnehin nicht einfach: Der Kaffee wird gerne in Styroporbechern verkauft, und alleine die Wasserflaschen, die wir im Laufe der Reise leertrinken, würden sich zu einem ansehnlichen Plastikberg auftürmen.

Der Buggy bleibt zuhause, die lila Tasche muss mit

Terminlich verdanken wir diesen langen Urlaub unserer Tochter Annika. Sie wird im kommenden Herbst eingeschult, was in uns Eltern eine Art Torschlusspanik ausgelöst hat: Die letzte Chance für eine richtig große Reise für viele, viele Jahre! Die USA sind dafür ein geradezu ideales Ziel, wenn man Natur und Weite liebt und der Abenteuerfaktor wegen der kleinen Kinder nicht allzu hoch sein soll.

Natürlich hatten wir auch Bedenken: Wie würden unsere Kinder, ohne Auto aufgewachsen und eher an Rad- und Zugreisen gewöhnt, die langen Fahrten überstehen? Würde sich Annika nicht schrecklich langweilen ohne ihre Kindergartenfreunde? Würde Dominiks zartes Alter nicht vielen spannenden Aktivitäten entgegenstehen? Und wie um Himmels willen sollten wir all diese Taschen und Rucksäcke transportieren, die sich in den Tagen vor der Abreise in unserem Hausflur auftürmten?

Den Buggy lassen wir schließlich ebenso zuhause wie den Campingkocher. Tisch und Klappstühle sind überflüssig, da jeder einzelne Stellplatz auf den Campingplätzen mit Picknicktisch und Bänken ausgestattet ist und obendrein mit einer Grillstelle. Mitnehmen müssen wir aber den Kindersitz, denn der Autovermieter stellt nur einen zur Verfügung, jeder weitere soll fünf Dollar pro Tag kosten. Mit muss auch, obwohl auf den ersten Blick verzichtbar, die prall gefüllte lila Tasche. Darin habe ich allerhand Kleinigkeiten eingepackt, um die Kinder in Fällen von Langeweile bei Laune zu halten: einen Kompass und ein Büchlein zur Bestimmung von Tierspuren, eine Frisbeescheibe und Gummitwist, Stifte, Malbücher und nicht zu vergessen das lehrreiche Hörbuch „Bei den Indianern“ (aus der „Wieso-weshalb-warum“-Reihe von Ravensburger), das wir alle am Ende des Urlaubs auswendig kennen. (Trotzdem ruft Dominik beim Anblick der Höhlenwohnungen in Mesa Verde, die Anasazi-Indianer um das Jahr 1200 in die Felswände gebaut haben, begeistert: „Eine Ritterburg!“)

Dominiks „Ritterburg“: Felswohnungen der Anasazi-Indianer (um 1200) im Mesa Verde National Park, Colorado
Dominiks "Ritterburg": Felswohnungen der Anasazi-Indianer (um 1200) im Mesa Verde National Park, Colorado – Foto: privat

Sanddollars und echte Dollarnoten

Dominik wird gegen Ende der Reise seinen dritten Geburtstag feiern. Das wird bei Los Angeles sein, in einem der wenigen öffentlichen Freibäder, wo merkwürdige Sicherheitsvorkehrungen gelten, doch dazu später. Auch Annika hat in Kalifornien Geburtstag, an einem Strand im Redwood National Park, an dem wir ein Paar weißköpfiger Steinadler zu Gesicht bekommen und das Geburtstagskind seinen ersten unbeschädigten Sand-Dollar findet – einen zerbrechlichen, kinderhandtellergroßen Taler mit Seeigelabdruck.

Sachensammeln, das ist Annikas Leidenschaft. An einem der zahllosen weißen Sandstrände entlang des legendären Highway One entdeckt sie eine Perlmuttmuschel, so groß wie ein Rugbyball. Ein andermal findet sie eine feuchte Dollarnote. Und überall gibt es „Strandgute“ aus Holz, die sich als Wanderstöcke eignen oder als imaginierte Trompeten. Aus anderen Hölzern konstruieren die Kinder „Tipis“– von ihren neu erworbenen Indianer-Kenntnissen inspirierte zeltförmige Konstruktionen. Annika hat auch Verwendung für alles, was die vorzüglich ausgestatteten Besucherzentren in den Nationalparks an Prospekten bereithalten. Sie sammelt Stadtpläne, Visitenkarten, Werbeheftchen. Daraus schneidet sie bunte Bildchen aus und klebt sie in ihr Tagebuch – eine ideale Beschäftigung für Mußestunden.

Wetten auf rote und weiße Autos

Nicht mehr als 100 Kilometer am Tag fahren – dieser Tipp kursiert unter USA-Reisenden mit kleinen Kindern. Unsere Route führt von Las Vegas durch die Canyonland-Region in Utah, Arizona und Colorado nordwärts durch die Rocky Mountains. Dann nach Seattle, Vancouver und Victoria in Kanada, und von dort in den wunderbaren Olympic Park, der Hochgebirge, heiße Quellen und wilde Pazifikstrände kombiniert. Dann immer nach Süden bis San Diego an der mexikanischen Grenze. Schließlich über die Wüstenparks Joshua Tree und Death Valley zurück nach Las Vegas. Am Ende wird unser Tacho 11.000 Meilen gezählt haben, das sind 18.000 Kilometer.

Mit 100 Kilometern täglich würden wir dafür sechs Monate brauchen, ohne einen einzigen fahrfreien Tag. Allerdings haben wir uns auf die Route keineswegs festgelegt, sondern entscheiden von Woche zu Woche, was machbar ist. Oft bleiben wir für mehrere Tage an einem Platz. Diese Flexibilität hat einen Nachteil: Wir müssen bisweilen lange nach einem freien Campingplatz suchen. Deshalb gehen wir dazu über, zumindest für die Wochenenden unsere Unterkünfte von unterwegs aus zu buchen.

Die Autofahrten bewältigen wir mit Bilderbüchern, Hörspielen, Kinderliedern und viel Fantasie: Da kullern die Regentropfen um die Wette die Fensterscheibe hinunter. Oder die roten Autos auf der Gegenfahrbahn treten in Konkurrenz zu den weißen, so dass derjenige von uns gewinnt, dessen Farbe in 15 Minuten am häufigsten vorbeifährt. Zum Glück gibt es praktische Bücher mit Tipps für Spiele beim Autofahren.

Wenn wir eine wirklich große Strecke zurücklegen wollen, dann starten wir spätnachmittags nach ausgiebiger Bewegung, am besten im Swimming Pool (über den viele Campingplätze und Motels verfügen), und fahren mit friedlich schlummernden Kindern durch die halbe Nacht.

Wenn sie wach sind, plappern die Kinder fast ohne Unterlass – in diesem Urlaub besonders gerne ihren Geheimsprachen-Kauderwelsch, der im Lauf der Zeit immer amerikanischer klingt. Dazu trägt eine sehr melodische Kinderlieder-CD bei, die wir unterwegs erstehen und so oft hören, bis Annika und Dominik die Refrains mitsingen können. Mit der Zeit eignen sich die Beiden auch zentrale Urlaubsbegriffe an wie Campground full, Visitor Center, hellau und sänkju-wollematsch.

Ein unbeschwerter Sommertag im Museum? So etwas gibt es!

Natürlich gibt es auch Höhepunkte, die wir der Zivilisation verdanken, selbst wenn wir Disney- wie Legoland links liegen lassen. In Städten locken hervorragend gestaltete Kindermuseen (beispielsweise in Seattle und Sausalito) und sehenswerte Aquarien (Seattle, Monterey, San Diego). Bei Las Vegas ist der eindrucksvolle Hoover Staudamm zu besichtigen, von innen und vom Schiff aus. In San Francisco kann man nicht nur Cable Car fahren, sondern auch die Balclutha erforschen, einen Dreimaster, der im 19. Jahrhundert 17mal von Europa nach Amerika segelte. Im südlichen Kalifornien sind die katholischen Missionen der Spanier mit blühenden Gärten und Brunnen voller Goldfische auch für Kinder sehenswert. In Colorado gibt es eine historische Dampflokomotive, die tausend atemberaubende Höhenmeter zwischen der Westernstadt Durango und der Bergbaustadt Silverton im Schritttempo hinaufschnauft.

Das absolute kulturelle Highlight für uns ist jedoch das J. Paul Getty Center in den Bergen von Santa Monica (Los Angeles), ein Museumskomplex des US-amerikanischen Architekten Richard Meier aus weißem italienischen Travertin, ein Gebäude wie ein Gemälde. Mit Kakteengärten und Rosenbeeten, mit plätschernden Brunnen und schattigen Terrassen. Und mit leeren Fensterrahmen aus Stein, in die die Natur ihre Bilder malt, je nach Standpunkt des Betrachters ein anderes. Einen ganzen unbeschwerten Sommertag verbringen wir hier – und schauen uns noch nicht einmal die Ausstellung europäischer Malerei und Manuskripte an, so erfüllt sind wir allein vom Anblick der Architektur. Die Krönung: ein kostenloses Kinder-Rockkonzert im Museumsgarten. „Ich hoffe, die Musik hat dich fröhlich gemacht“, schreibt der Gitarrist Ralph Covert Annika auf ihre Autogrammkarte. Und wie! Sie hat den Nachmittag ausgelassen durchgetanzt mit all den anderen Kindern, während die Eltern es sich auf bereitliegenden Fleecedecken bequem machen durften.

Familienfreundlich und praktisch veranlagt ist dieses Land. Und ausgesprochen besorgt um die kleinen Erdenbürger. Wer sie beispielsweise einen Moment schlafend im Auto zurücklässt, um sich einen Becher Kaffee zu holen, riskiert im Gefängnis zu landen. Vorwurfsvolle Blicke ernten wir aber auch schon, wenn sich unsere Kinder in der Stadt ein paar Meter von uns entfernen: Sofort erkundigt sich jemand, zu wem diese unbeaufsichtigten Kids gehören.

„It’s against the written law“

Ach ja, und dann ist da noch die Geschichte mit dem Freibad an Dominiks Geburtstag: Schwimmflügel sind aus unerfindlichen Sicherheitsgründen nicht erlaubt; die Kinder dürfen auch mit uns nicht auf die Rutsche; Annika muss unter dem strengen Blick des Bademeisters alleine eine 25-Meter-Bahn schwimmen, bevor sie mit mir ins Wasser darf. Und zu jeder vollen Stunde werden sämtliche Becken für zehn Minuten geräumt – Sicherheitscheck!

Die Amerikaner verstehen schließlich auch nicht alles, was wir Europäer so machen. Als wir beispielsweise unsere Wäsche statt im Trockner in der Wüstensonne trocknen lassen wollen, weist uns eilends ein Platzwart darauf hin, dass eine Wäscheleine auf dem Campingplatz gegen das Gesetz verstößt. Unsere  Energiespar-Argumentation lässt er kopfschüttelnd über sich ergehen, „it’s against the written law“, basta. Na ja, wir werden uns bei unserer nächsten Motelübernachtung, wenn wir unbeobachtet sind, mit einem kleinen Dienst am Klima revanchieren: Als erstes werden wir das dröhnende Air conditioning ausschalten, dann beim Fernseher den Stecker ziehen, weil sich der Standbymodus nur so austricksen lässt. Klägliche Versuche, die Ökobilanz zu frisieren.

Ein umweltfreundlicher Urlaub ist das wohl eher nicht. Nachhaltig ist er trotzdem, wenn auch in einem ganz anderen Sinn: Zwölf Wochen in der Natur, wenig Ablenkung, Zeit fast ohne Ende – das bringt die Familie zusammen und entspannt die Stimmung, wie man es sonst wohl selten erlebt. Für den kleinen Dominik drückt sich die lange Abwesenheit von Zuhause auf ganz eigene Weise aus: Bei der Einfahrt in unseren Stadtteil sieht er sich prüfend um und stellt schließlich fest: „Hier war ich schon mal.“

 


Die Reiseroute

Las Vegas – Lake Mead – Grand Canyon (South Rim) – Monument Valley – Mesa Verde – Durango – Black Canyon – Arches N. P. – Bryce Canyon – Zion N. P. – Salt Lake City – Grand Teton N. P. – Yellowstone N. P. – Flathead Lake – Glacier N. P. – Seattle – Vancouver – Vanvouver Island – Olympic N. P. – Oregon Sand Dunes – Redwood N. P. – Point Reyes – San Francisco – Santa Barbara – Los Angeles – Santa Catalina Island – San Diego – Joshua Tree N. P. – Death Valley – Las Vegas.

Tipps für Familien

Anreise und Unterkünfte:

Am besten einen Direktflug buchen, der dauert elf bis zwölf Stunden. Hinzu kommen Anfahrt zum Flugplatzn, Autoaufnahme am Zielflughafen und Fahrt zur Unterkunft, da kommen leicht 20 Stunden zusammen, die auch die Kinder irgendwie durchstehen müssen. Es empfiehlt sich, für die erste Nacht ein Hotel in Flughafennähe zu buchen.
Die staatlichen Campingplätze in den National- oder State Parks sind meistens idyllisch gelegen, aber in der Regel eher schlicht ausgestattet (zum Teil ohne Duschen). Die privaten Campingplätze haben weniger Flair, dafür meist eine gute Infrastruktur mit Waschmaschinen und Swimming Pool.
Motels an der Straße sind recht günstig, man bezahlt pro Zimmer, die meist mit zwei breiten Betten ausgestattet sind. Auch Motels bieten oft einen Swimming Pool.
Eine flexible Reiseroute hat große Vorteile, aber einen entscheidenden Nachteil: An Sommer-Wochenenden gehen viele amerikanische Familien zelten und die Campingplätze sind oft ausgebucht. Deshalb nach Möglichkeit reservieren.

Jetlag:

Nach dem Hinflug kein großes Problem, da Eltern mit kleinen Kindern meist ohnehin Frühaufsteher sind. Nach dem Rückflug kann es bis zu einer Woche dauern, bis die Kinder wieder im Rhythmus sind.

Nationalparks:

Die Jahreskarte (Annual Pass) für alle Nationalparks kostet 80 Dollar für die ganze Familie. Bei einer längeren Reise durch mehrere Parks kann sich das lohnen.

Essen und Trinken, Einkaufen:

Restaurantbesuche sind kein Problem, es gibt Kinderstühle und -gerichte und die Kleinen sind in der Regel gern gesehene Gäste. Aufmerksame Kellnerinnen schleppen sogleich Stifte und Malbücher an und bunte Plastikbecher mit Halm fürs Trinkwasser, das in großen Karaffen mit Eis kostenlos auf den Tisch kommt. 
Kleidung kann man günstig in Factory Outlet Centers einkaufen, wo die Markenläden um eine Art Marktplatz herum angeordnet sind. Die klimatisierten Geschäfte bieten zudem eine willkommene Abkühlung, zum Beispiel in Barstow (Nähe Joshua Tree National Park), Pismo Beach (südlich von San Francisco) oder Carlsbad (südlich von Los Angeles).

Erschienen in RAL 6010, dem Magazin für Nachhaltigkeit der Frankfurter Rundschau, Ausgabe 5 / Oktober 2012

© Ulrike Schnellbach – Abdruck nur nach Rücksprache mit der Autorin

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